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Zensiere, wer will!

Dienstag, 19. Mai 2009 19:33

Netzpolitik-Interview: Eine weitere Alternative zu Netz-Sperrungen : netzpolitik.org.

Netzpolitik stellt eine höchst lesenswerte Sperr-Alternative vor, die vom Provider 1&1 entwickelt wurde, vor. Diese sollte zwar noch gar nicht öffentlich sein, ist aber wirklich interessant.

Nach dem Motto Zensiere, wer will! soll es im hauseigenen Router die Option “Whitelist” bzw. “Kinderpornographie sperren” geben, mithilfe derer nur noch zugelassene/nicht verbotene Seiten geöffnet werden dürfen. Dadurch entsteht gleich viel Sicherheit wie bei der Schäuble/Leyen-Variante, denn grundsätzlich werden – und genau das soll das neue Gesetz bewirken – versehentliche Clicks und Zugriffe auf gesperrte Seiten abgeschafft. Man kann überall hinklicken, ohne sich strafbar zu machen. Der Clou liegt in zwei Details:

- Wer eine verbotene Seite anklickt, wird durch den eigenen Router, nicht durch das BKA geblockt. Dadurch wird die eigene IP nicht gespeichert und somit auch keine falsche Strafbarkeit (oder vermutete Strafbarkeit) entwickelt. Der Name des versehentlichen Klickers kommt nicht zum BKA.

- Diese Variante ist laut 1&1 genauso leicht zu umgehen, wie der bisherige Vorschlag. Anstatt die Bürger zu zwingen, auf direkte DNS-Eingaben überzugehen, was mithilfe von Google wirklich leicht machbar ist, sollte jeder selbst entscheiden können, was er macht. Wer sich gegen die Sperren entscheidet, stellt im Router einfach auf “alles zulassen” um.

Bedenkt man, das bisher schon Kindersperren im Router möglich sind (= Pornos sperren) und dies auch recht gut funktioniert, muss ich dieser Variante deutlich den Vorzug geben. Es ist um Welten ehrlicher, da man ganz einfach und bewusst die Zensur aktivieren oder deaktivieren kann. Wer also meint, der Staat/eine unabhängige Organisation solle nicht entscheiden, was man anschauen darf, der schält einfach aus.

… Wobei es natürlich auch ganz ohne geht… Meine Meinung… Aber eine Überlegung ist es tatsächlich wert!

Eure Meinungen dazu?

Thema: Bundesministerium für Verteidigung | Kommentare (1) | Autor: Jesus

Als ich dem Teufel die Handlungskraft nahm…

Donnerstag, 14. Mai 2009 23:34

… suchte er sich einfach neue Hände. Er tat dies in den unterschiedlichsten Formen und Ausartungen. Nicht nur, lies er sich neue Hände neben den Füßen wachsen, damit er sie täglich mit Füßen treten konnte (??), auch suchte er sich diverse Diener auf der Erde. Einige nannte er dabei Gutenberg. Von Gutenberg. Diesen seiner Diener lies er so öffentlich auftreten, dass er von inzwischen 81.0011; Deutschen bekämpft wird. Wir alle haben Hoffnung auf den Erfolg dieser Petition, zumindest aber ist deren Medienwirksamkeit unumstritten. Denn viele Zeitungen sind inzwischen auf der hömmlischen Seite und berichten – gelinde gesagt – kritisch über unseren Rechtsstaat.

Auch konnte nur dank dieser Medienwirksamkeit ein mehr als nur interessantes Urteil (Hier über telemedicus.info in der Zusammenfassung) des LG Hamburgs gefunden werden, indem die Richter bereits im Oktober 2008 die Wirkungslosigkeit von DNS-Sperren (= Die Stopp-Schilder, die eingeführt werden sollen) erklärt haben, da selbst sie (die Richter) diese mithilfe von wenigen Google-Suchen in ein paar Minuten umgehen konnten. Zudem wird noch einmal auf die dadurch entstehende Grundverdächtigung jedes Menschen hingewiesen, der versehentlich auf einem Stopp-Schild landet, während die IP-Adressen der Sperren-Umgeher nicht an das BKA weitergeleitet werden (…würden… langer Satz, sorry)

Aber damit noch nicht genug. Die Handlungen des Teufels in höchster Person gehen weiter: Während sich nur ein kleiner Teil seiner Kraft auf die medienpräsente Kraft des von Gutenberg richten, hat er sich – fast unbehelligt – ein Hintertürchen aufgebaut: Der Kinderschutzbund e.V. (via Internet-Law) hat sich nun mit einer großen Macht in der Lobby-Szene zusammengetan. Zusammen mit dem Videothekenverband (= Pornohändler, nicht wertend!) geht er gegen die bisher so erfolgreiche Petition vor, und will die Internetzensur retten. Hierfür läuft schon seit mehreren Tagen eine eigene Petition zum Schutz der Kinder (danke an netzpolitik.org), welche die Unwissenheit der Normalbürger ausnutzen soll. Tja, Petitionen können auch die Bösen.

Aber das sind noch gar nicht alle im Bunde. Auch die Organisation mit der hässlichen Homepage innocence in danger, eine andere Kinderschutzgruppe, macht mit. Chefin der Sache: Die liebe Frau von und zu Gutenberg (und wer jetzt denkt “doch nicht etwa…” dem sage ich: “Doch. Genau die.”). Ausführlich berichtet wieder netzpolitik.org.

Nota bene: Alle Links in diesem Artikel sind lesenswert! Ihr braucht maximal 20 Minuten, um alles zu lesen. Dies stellt die – wie von gewissen Lesern erbetene – Zusammenfassung der aktuellen Diskussionen dar. Von den praktisch unendlichen Nachrichten, die gerade so herumgeistern, habe ich die meiner Meinung nach besten ausgewählt und hier zur Verfügung gestellt. Wer jetzt noch nicht genug hat, begibt sich auf Europaebene und informiert sich über Datenskandale in Frankreich – jetzt endlich (diesmal wirklich!) mit dem schönen 3-Strikes-Law.

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Whollola!

Ach ja – ich war eigentlich beim Teufel stehen geblieben. Hände, links und rechts und so. Und die haben heute Geburtstag, darum alles Gute! Und viel Spaß, du bist ja schon wieder on Tour.

Thema: Allgemein, Der Teufel, Die Gesellschaft stinkt, Diskussion - mitreden erlaubt! | Kommentare (1) | Autor: Jesus

Justizministerin auf Diss-kurs

Dienstag, 12. Mai 2009 18:44

Wir verweisen auf den ursprünglichen Beitrag dieses Weblogs:

Disclaimer außer Kraft: Auf Google verlinken ist Straftat!

Unglaublich, aber wahr! Nach nicht einmal zwei Monaten lies sich unsere Bundesjustizministerin Brigitte Zypries dazu herab, die Anschuldigung Anfrage unserer lieben linken & rechten Hand des Teufels zu beantworten. Die zugegeben etwas pathetisch und nicht ganz präzise Frage war in einem Zustand höchster Beherrschung geschrieben worden, die Wut lässt sich zwischen den Zeilen kaum erkennen. Leider, muss man jetzt sagen.

Denn wie es den Anschein hat, hatte unsere Bundesjustizministerin nichts besseres zu tun (wenn sie es denn selbst geschrieben hat, was ich mir in der Tat vorstellen könnte), als die Frage wenig elegant zu umgehen und lediglich auf Ungereimtheiten in der conclusio hinzuweisen. Peinlich, sehr peinlich.

Wer ernsthaft begründen will, was er tut – und das hatten wir alle erwartet (naja, nicht wirklich…), sollte gefälligst darüber hinwegsehen, dass die Frage nicht fehlerfrei ist. Denn der Sinngehalt war mehr als nur übermäßig deutlich erkennbar. Trotzdem, es macht offensichtlich mehr Spaß, die Frage nicht zu beantworten.

Hier nachzulesen:

abgeordnetenwatch.de: Brigitte Zypries

Es bleibt, trotz allen Einschränkungen, schlicht dabei:

Wer einen Link setzt, [...] kann sich strafbar [...] machen. Entsprechendes gilt, wenn der Link auf eine Seite verweist, die ihrerseits einen Link auf eine Seite mit kinderpornographischem Material enthält u.s.w.

Zitat könnte versehentlich leicht aus dem Zusammenhang gerissen sein.

Wir danken unserem Rechtsstaat und freuen uns hoffentlich schon auf die nächste Folge, dann mit “Wie die Deutsche Kinderhilfe e.v. für Netzzensur wirbt und Professoren die Internetsperren mit Argumenten aus Printmedien verteidigen” und: “Bundestagsforum verbietet Links: Wie die Moderatoren die Kontrolle verlieren – Erkennt die Regierung plötzlich, dass ihre Gesetze nicht durchsetzbar sind?”

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Hinweis: Die Links in diesem Eintrag wurden in der Hoffnung erstellt, in entferntester Weise (was absolut sicher ist) auf Wikipedia, Wikileaks oder eine andere Seite zu verlinken, welche Links zu Seiten enthalten, welche Verweise auf Seiten mit Links zu KiPo’s anzeigen. Diese sind mir hiermit  zueigen gemacht.

Thema: Bundesministerium für Verteidigung, Die Gesellschaft stinkt, Diskussion - mitreden erlaubt!, Zitate | Kommentare (1) | Autor: Jesus

Und im Dunkel der Gezeiten: Licht?

Donnerstag, 23. April 2009 14:26

Nebst größtem Zeitdruck (bewusst nicht: Stress) in der letzten Woche meiner Hausarbeit und nun der ersten Woche des Semesters konnte ich mich langsam wieder vom scheinbar unüberwindbaren Weltuntergang entfernen.

Nebst verschiedenen Meldungen aus unserer Politik, insbesondere dem genauen Gesetzesentwurf zur Internetzenzur, nun noch weitere freudige Meldungen!

Fraglich natürlich erst mal, was am  Gesetzesentwurf toll sein soll. Nun, erst mal, dass er so abartig ist! Da nun die versprochenen Einschränkungen, insbesondere “Nur außereuropäische Seiten werden gesperrt”, doch nicht ins Gesetz gefunden haben, ist das Gesetz auch noch aus anderen Gründen, wie bspw. der Kriminalisierung Aller Internetnutzer höchst wahrscheinlich verfassungswidrig. Sicher ist das natürlich frühestens in 3-5 Jahren, aber ein schmerzhafter Lichtblick. Ebenfalls zu empfehlen:

Diese Seite.
Diese zur Belustigung.
Und diese.

Weiter mit etwas noch unglaublicherem, und wir schließen hier direkt an den hämischen Kommentar der L&RHdT an, siehe letzter Beitrag. Der Pirate Bay Prozess war nicht nur eine Schweinerei, er könnte jetzt sogar ungültig sein! Juristen des ganzen Landes rufen nach einem “Re-Trial”. Der Richter, ein sicherlich netter und erfahrener Mann (Guckt mal, ich habe ihn nicht beleidigt!) ist in verschiedenen Organisationen tätig – welche genau? Links anschauen.

Englisches Originalbei TorrentFreak .
Deutsches Äquivalent bei Gulli.

PS: Wer das noch nicht mitgekriegt hat: Das Urteil ist ja – wie früher nur Filme – schon vor der Veröffentlichung im Internet einzusehen gewesen. Auch ein Grund, warum der Prozess sowieso schon untersucht wird. ;)

Quote of the Day:

Böses Sofa!

Mein Mitbewohner, letzte Woche.

Thema: Bundesministerium für Verteidigung, Die Gesellschaft stinkt, Diskussion - mitreden erlaubt! | Kommentare (5) | Autor: Jesus

Disclaimer außer Kraft: Auf Google verlinken ist Straftat!

Montag, 30. März 2009 23:41

Internet-Law: LG Karlsruhe: Durchsuchung wegen mittelbaren Links auf dänische Sperrliste war statthaft.

Diesen – bei allem was mir heilig ist – unvorstellbaren Beitrag habe ich eben über unsere hömmlische Nachrichtenagentur Netzpolitik.org gefunden. Lesen. Einfach nur lesen, kann nicht mehr viel dazu schreiben. dsaflöjasdilöfjaeklröiuzewioiajdfwhatthefuckwiekönnensienur?!?!?

Auch die Kommentare sind äußerst interessant. Nur bedenken, dass nicht alles fundiert ist…
“Strafbar kann sich der Betreiber einer Homepage bereits dadurch machen, dass er einen gezielten Link zu einer Internetseite mit kinderpornografischem Inhalt setzt und damit diese ZU EINEM EIGENEN INHALT MACHT, für den er gemäß §7TMG verantwortlich ist.”
“Ein vollendeter Besitzerwerb … ist … bereits mit dem automatischen Download in den … Cache gegeben. ”

großer Gott, ich sollte das Studienfach wechseln. Das macht mich doch krank!

Also ACHTUNG alle Leser: Der nächste Beitrag wurde mit dem Vorsatz gesetzt, euch zu illegalen Materialien zu führen. (Miss)achtet unseren Disclaimer bitte.
wikileaks – Google-Suche.

QotD:

So stirbt die Freiheit - unter tosendem Beifall

Thema: Bundesministerium für Verteidigung, Die Gesellschaft stinkt | Kommentare (11) | Autor: Jesus