Dienstag, 19. Mai 2009 13:59
Frei nach dem Motto “traue keiner Studie, die du nicht selbst gefälscht hast”, kursiert aktuell eine neue Studie – durch die Deutsche Kinderhilfe wortwörtlich gekauft – die bestätigt, dass 92% der Bevölkerung gegen die Online-Petition und damit für Internet-Sperren sind. Die 87.000 Unterzeichner der Petition seinen somit nur Internetspezialisten, “Kenner der Szene” und natürlich Pädokriminelle, so unsere Ministerinnen und renommiert Organisationen. Die Studie kann, falls ihr sie noch nicht gesehen habt, zum Beispiel hier eingesehen werden.
Weiter mit einer nicht sehr kommentarbedürftigen, aber ganz netten Seite:
DuBistTerrorist.de zeigt ein kurzes, gut gemachtes Video, das allerdings jeglicher Quellen und weiterführender Informationen [Verb, fällt mir grade nicht ein], und daher nicht unbedingt begeisternd wirkt.
Weitaus interessanter hier eine Frage, die von netzpolitik.org auf abgeordnetenwatch.de an Frau Zypries gestellt wurde. DIe liebe Bundesjustizministerin fährt ihrem Kurs entsprechend weiter und beantwortet auch diese Frage – wie schon die von uns gestellte – nicht nur mangelhaft, sondern nicht im geringsten. Enttäuschend.
Wer sich hierbei übrigens fragt, was “Prefetching” und “Linkverkürzungen” sind, sollte UNBEDINGT die Wikipedia-Artikel dazu lesen, und, wenn dann noch Unklarheiten herrschen, hier in der Kommentarfunktion fragen stellen – dies sind nämlich (unter anderem…) zwei der wichtigsten/größten Probleme die mit den neuen Gesetzen entstehen und bisher einfach übergangen werden.
Zuletzt geht es heute noch um eine andere Thematik, auf die ich nur ganz kurz eingehen möchte, weil sie zur Zeit kaum jemanden interessiert. Etwas mehr Beachtung wäre aber schön, darum hier:
Eine EU-Kommission hat Regularien, besser “Empfehlungen” herausgegeben, wie die Mitgliedsstaaten mit RFID-Chips umgehen sollen. (Auch hier wieder: Wer die Problematik nicht kennt, bitte bei mir melden!) Fraglich ist, wie bindend diese Angaben sind, da bin ich leider (noch) überfragt, vielleicht in 2-3 Semestern dann…
In dem kurzen Bericht sind unter anderem Grundsätze zur Nutzung von RFIDs zu finden. So sollen Unternehmen alle Produkte, die RFIDs haben, europaweit einheitlich kennzeichnen (Warnhinweis, vergleichbar mit grünem Punkt etwa) und grundsätzlich die Chips beim Kauf IMMER deaktivieren oder sogar entfernen. Ausnahme soll sein, wenn der Kunde ausdrücklich einwilligt. Dass dies ein schönes Ziel ist, steht außer Frage. Dass es für Supermärkte und große Produzenten völlig unmöglich und damit nicht umsetzbar ist, auch.
Zu hoffen wäre allerdings, dass eine gesetzliche Kennzeichnungspflicht tatsächlich bald eingeführt wird.
Trotzdem ist schön zu sehen, dass der EU die Problematik bewusst ist und mehrfach auf die Prüfung der Datenschutz-Bedenken hingewiesen wird. Inwiefern solche Pflichten auch für die Regierungen selbst gelten (vgl. Gesundheitskarte, Reisepass) ist leider völlig unklar und vermutlich vorerst nicht in der Diskussion enthalten.
Die Europakommission stellt fest, dass der Umsatz mit RFIDs 2008 (global) 4 Mrd. Euro betrug, bis 2018 werden 20 Mrd Euro geschätzt. Meiner unbeachtlichen Meinung nach, sind beide Zahlen viel zu tief angesetzt, aber das ist nebensächlich.
Okay, nachdem auch das letzte Thema noch etwas umfangreicher geworden ist, bleibt mir jetzt nur zu hoffen, dass keiner böse, wenn die Sache hier aktuell zum Polit-Blog verkommt, meiner Meinung nach kann ein etwas höheres Niveau nur für bessere Leserzahlen sorgen
Aber es kommt sicher auch mal wieder was Doofes…