Zensiere, wer will!
Netzpolitik-Interview: Eine weitere Alternative zu Netz-Sperrungen : netzpolitik.org.
Netzpolitik stellt eine höchst lesenswerte Sperr-Alternative vor, die vom Provider 1&1 entwickelt wurde, vor. Diese sollte zwar noch gar nicht öffentlich sein, ist aber wirklich interessant.
Nach dem Motto Zensiere, wer will! soll es im hauseigenen Router die Option “Whitelist” bzw. “Kinderpornographie sperren” geben, mithilfe derer nur noch zugelassene/nicht verbotene Seiten geöffnet werden dürfen. Dadurch entsteht gleich viel Sicherheit wie bei der Schäuble/Leyen-Variante, denn grundsätzlich werden – und genau das soll das neue Gesetz bewirken – versehentliche Clicks und Zugriffe auf gesperrte Seiten abgeschafft. Man kann überall hinklicken, ohne sich strafbar zu machen. Der Clou liegt in zwei Details:
- Wer eine verbotene Seite anklickt, wird durch den eigenen Router, nicht durch das BKA geblockt. Dadurch wird die eigene IP nicht gespeichert und somit auch keine falsche Strafbarkeit (oder vermutete Strafbarkeit) entwickelt. Der Name des versehentlichen Klickers kommt nicht zum BKA.
- Diese Variante ist laut 1&1 genauso leicht zu umgehen, wie der bisherige Vorschlag. Anstatt die Bürger zu zwingen, auf direkte DNS-Eingaben überzugehen, was mithilfe von Google wirklich leicht machbar ist, sollte jeder selbst entscheiden können, was er macht. Wer sich gegen die Sperren entscheidet, stellt im Router einfach auf “alles zulassen” um.
Bedenkt man, das bisher schon Kindersperren im Router möglich sind (= Pornos sperren) und dies auch recht gut funktioniert, muss ich dieser Variante deutlich den Vorzug geben. Es ist um Welten ehrlicher, da man ganz einfach und bewusst die Zensur aktivieren oder deaktivieren kann. Wer also meint, der Staat/eine unabhängige Organisation solle nicht entscheiden, was man anschauen darf, der schält einfach aus.
… Wobei es natürlich auch ganz ohne geht… Meine Meinung… Aber eine Überlegung ist es tatsächlich wert!
Eure Meinungen dazu?

Dienstag, 19. Mai 2009 20:31
Sicherlich eine Alternative.
Die freiwllige Selbstzensur ist einer staatlichen sicherlich vorzuziehen. Ich traue mir selbst jedenfalls mehr als dem BKA