Dienstag, 27. Januar 2009 22:11
Vorausgehende Anmerkungen: Der nachfolgende Text zeigt ein Phänomen auf. Es ist eine Beobachtung. Es ist keine Kritik an einem Weltbild. Der Text entstand übrigens auch nicht aufgrund aktueller persönlicher Begebenheiten
Es ist meine Beobachtung, dass es in unserer (Jugend- ?) Gesellschaft zwei verschiedene Ansatzpunkte gibt, persönliche Dinge anzugehen. Die eine könnte man als die intuitiv-emotionale bezeichnen, die andere ist wohl die mathematisch-logische.
Der intuitiv-emotionale Typ neigt dazu, Dinge aus dem Bauch heraus zu entscheiden. Allgemein tendiert er dazu, Dinge sehr emotional aufzunehmen und neigt zu starken Gefühlen bzw. Gefühlsausbrüchen.
Der mathematisch-logische Typ ist nicht unbedingt weniger emontional, oder gefühlvoll, sondern er hat eine andere Vorgehensweise an die Dinge ranzugehen. Sieht er sich vor ein Problem gestellt, analysiert er es und versucht die richtige Antwort, bzw. Lösung zu finden. Er versucht möglichst viele seiner Entscheidungen auf Logik zu basieren.
Um das schnell an ein paar Beispielen zu demonstrieren:
IE steht für den intutiv-emotionalen Typ, ML für den mathematisch-logischen. Also los:
Szenario 1:
Ein relativ frisch zusammen gekommenes Liebespaar. Die Beziehung dauert nun ca. 2-3 Monaten. Sie ist ein IE. Sie sagt: “Versprich mir, dass du für immer bei mir bleibst!”
Ein ML würde antworten: “Aber Schatz, das kann ich dir nicht versprechen, ich weiß noch nichtmal, wie lang unsere Beziehung hält. Ich will dir kein Versprechen geben, das ich nicht halten kann.”
möööööööööööööööööööp!
Falsche Antwort! Erwarten tut der IE etwas wie: “Aber natürlich verspreche ich dir das! Ich lass dich nie mehr alleine.”
Szenario 2:
Enttäuschte Liebe. Kurzes Reaktionsbeispiel
IE: “Männer/Frauen sind scheiße!”
ML: “Naja, das war ja nun wirklich nichts… Es sollte wohl einfach nicht sein. Wie kann ich nur verhindern, dass mir das nochmal passiert? [Optional dazu: Der Typ/Die Tusse is jedenfalls ein jenseits Arsch]”
Ich denke bis hierhin sind die Erkenntnisse weder neu, noch bahnbrechend – etwas ähnliches dürfte den meisten Lesern bereits aufgefallen sein.
Jetzt aber zu etwas interessantem:
Ist euch mal aufgefallen, wie diese Weltbilder sich geradezu magnetisch anziehen?
Ich habe es oft genug erlebt, dass IEs bei Problemen zu einem ML kommen. Sie können ihn mit ihren emotionalen Reaktionen überschütten und (vorausgesetzt, er ist der Typ dafür), der ML hört sich das alles an und fängt dann ruhig an, das Problem logisch aufzuarbeiten – und muss dabei nicht einmal zu einem Schluss kommen. Mancher IE bricht ob dieser Einsichten in Dankeslieder aus, obwohl der ML den Eindruck hat, nichts getan zu haben, als versucht zu haben, das Problem zu erfassen.
Ich bin mir nicht sicher, ob IEs eine ähnliche Anziehungskraft auf MLs auswirken. Ich werde mich dazu äußern, wenn ich mehr weiß.
Ein kritisches Level dieser Anziehungskraft ist erreicht, wenn ein IE und ein ML sich in das Abenteuer einer gemeinsamen Beziehung stürzen. In diesem Fall ist es wichtig, dass einer der beiden (meiner Erfahrung meist der ML), sich dem jeweils anderen Bild anpassen muss. Im Fall von Szeanrio 1 muss ML sich also überlegen, was ein IE sagen würde – und dann so antworten.
Ich denke allein dieser Text zeigt, dass ich ein ML bin
Warum ich das schreibe? Keine Ahnung, is mir nur so aufgefallen! Aber wenn ihr Meinungen oder Erfahrungswerte dazu habt – nur raus damit.