Samstag, 5. Januar 2008 16:21
Was haben Sie gerade an? – Eine Fallstudie
Was haben Sie gerade an? Diese einfache, klare, kurze, gut verständliche, provokative und üblicherweise völlig unerwartete Frage soll der Gegenstand unserer neuen (nächsten? Hatten wir schon mal eine?) Fallstudie sein. Durchgeführt wird diese rein telefonisch, da sonst jeglicher Sinn verloren geht.
Ablauf:
Jedes Telefongespräch wird nicht mit “Hallo”, dem eigenen Namen, einem falschen Namen, einer sonstigen Begrüßung oder fürchterlichem Geschrei begonnen, sondern schlicht und einfach mit dem (zu beachten: Höflichkeitsform, Sie!) Satz “Was haben Sie gerade an?”
Die Reaktion des Gegenübers muss nun sehr genau (“akribisch!”) beobachtet bzw gehört werden, eine exakte Untersuchung kann leider (weil Telefon) nicht stattfinden. Folgende Fragen sind von Bedeutung:
- Wie lange braucht der Gefragte, um zu antworten?
- Was antwortet er? Direkt auf die Frage? Ignoriert er die Frage?
- Wenn eine Gegenfrage die Folge ist, wie lautet diese? (z.B. “Warum willst Du das wissen?”)
- Stimmt diese Frage den Gefragten eher agressiv, ist er davon amüsiert, verwirrt, überrascht…
- Wenn keine direkte Antwort auf die Frage folgt, weshalb könnte das der Grund sein?
Fortlauf des Gesprächs, eventuelle Ausflüchte:
Prinzipiell ist zu erwarten, dass der Gefragte nicht bereit ist, die Frage zu beantworten. Es gibt zwei exemplarische Varianten, die Studie fortzuführen, diese können aber wohl nicht auf jedes Szenario angewandt werden, seien Sie sich also im Klaren darüber, dass auch Sie, der Fragende, nun gleich “ins Verhör” genommen werden.
Variante a) erscheint sehr einfach, ist es aber nicht unbedingt. Sollte der Gefragte auf die Studie ansprechen oder auch nicht, also versuchen, ihr auszuweichen mit eventuellen Fragen, brechen Sie die Studie sofort ab und leugnen Sie um jeden Preis, so etwas gefragt zu haben! Beispiel:
Person A: Was haben Sie gerade an?
Person B: Wie bitte? Wieso willst du das denn wissen?
Person A: Weshalb ich anrufe, hast du die Geschi-Hausaufgaben schon gemacht?
Person B: Hä? Was soll das jetzt? Du hast mich doch eben gefragt, was ich anhabe, ich will wissen, warum!
Person A: Wieso sollte ich so was fragen? Bildest du dir häufiger Dinge ein?
Variante b) könnte sich als etwas schwieriger entpuppen, hat allerdings größere Erfolgschancen, doch noch eine Antwort zu bekommen. Ziel ist es, die Karten offen auf den Tisch zu legen und so den Gefragten nun noch mehr, also völlig, zu verwirren. Erzählen Sie alles über die Fallstudie, was Sie in etwa 5-10 Sekunden sagen können, und fragen Sie dann erneut. Ein Beispiel ist hier wohl nicht angebracht. Wichtig ist aber, dass Sie in Ihrer Erklärung die Studie an sich nicht für schlecht erklären, sondern nur positiv erscheinen lassen, d.h. Begeisterung zum Ausdruck bringen.
Wer noch weitere Varianten erfolgreich (oder auch nicht, damit der Fehler von nun an vermieden werden kann!) angewandt hat, ist angehalten, diese zu veröffentlichen.
Vor jedem Gespräch unbedingt beachten:
Für die Auswertung der Studie ist es von entscheidender Wichtigkeit, dass Sie nicht nur die Reaktion des Gefragten notieren, sondern auch einige äußere Umstände betrachten. Diese sollten am Besten vor dem sogenannten “Telefonat” erfasst werden, können aber meist auch noch im Nachhinein überprüft werden.
- Wer beginnt das Gespräch? Rufen Sie an, oder werden Sie angerufen?
- Wie wahrscheinlich ist es, dass der Gefragte weiß, mit wem er spricht? Könnte es sein, dass er die Frage hört und annimmt, mit einem Fremden zu sprechen? (Ein diesem Fall nach dem erstmaligen Stellen der Frage das Gespräch präzisieren: “Hier ist Jesus. Was haben Sie gerade an?”
- Zu welcher Uhrzeit fand das Gespräch statt, in welcher Lage befand sich der Gefragte zu diesem Zeitpunkt? (Im Zug, zuhause, auf einer Party, allein, mit vielen Menschen…)
- Welches Alter hat der Gefragte?
- Welches Geschlecht hat der Gefragte?
- Wie heißt die Person?
Mehrfachnutzung einzelner Personen
Es ist selbstverständlich möglich, die Studie an einer Person mehrfach durchzuführen. Da dies das Ergebnis nicht verfälscht, ist jede Studie von Interesse. Wichtig ist allerdings zu beachten, dass das Ergebnis sich von dem eines “Neulings” unterscheidet und deshalb muss bestimmt werden, zum wievielten Mal die Studie an dieser Person durchgeführt wurde. Ein ungefährer Wert ist ausreichend, zwingend notwenidig ist nur der Vermerk “Wurde nicht zum ersten Mal für diese Studie genutzt”
Bedenken bei der Durchführung dieser Studie…
In der Tat ist die Frage nach der Bekleidung eine scheinbar (!) sexistische Frage. Einige der Leser, vielleicht Sie selbst auch, könnten Bedenken gegenüber dieser Studie entwickeln. Hierzu sei aber folgendes Gesagt:
Auf keinen Fall kann diese Studie an jeder Person durchgeführt werden, Sie müssen ihre Probanden sorgfältig auswählen und nicht einfach jedes Gespräch zum Zweck dieser Studie führen! Einige Menschen – vor allem Ältere – könnten sich belästigt fühlen. Prinzipiell übernimmt Das Hömmel keine Haftung für aus solchen Missverständnissen resultierenden Klagen, wir sind aber gerne bereit, seelischen Beistand zu leisten. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.
Damit sei aber in keinem Fall von der Durchführung der Studie abgeraten! Im Gegenteil, wer sich diese Frage nähher anschaut, vorallem im Zusammenhang mit den Lokalitäten der Durchführung (“Telefon”) wird unweigerlich zu dem Schluss kommen, dass diese Frage nicht sexistisch verstanden werden kann! Wann immer Sie mit jemandem in direktem Kontakt stehen, sehen sie, was der Gefragte an hat. Dies ist beim Telefon nicht so. Aber weshalb sollte diese Information beim Telefon nicht gegeben sein, wo sie doch von entscheidender Wichtigkeit ist! Die Kleidung einer Person beeinflusst oftmals den gesamten Gesprächsverlauf, auch wenn an dieser Stelle nicht begründet werden kann, weshalb. Zumindest sucht diese Frage nicht nach Informationen, die ein Fragender üblicherweise nicht hat. Man könnte genauso gut nach dem Gesichtsausdruck beim Sprechen fragen.
Deshalb sei nun darum gebeten, dass Sie alle, verehrte Leser des Hömmels, die oben beschriebene Fallstudie “Was haben Sie gerade an” (von nun an nur noch “WaHaSiGAn” oder Wahasigan) radiakalst möglich durchführen! Die aus dieser Studie gewonnenen Informationen sind notwendig!
Ziel von Wahasigan Wer einen Sinn findet, bitte Bescheid sagen!
Wieso, warum, weshalb – diese Fragen sind zur Zeit leider noch nicht ausreichend geklärt und können aus diesem Grund nicht beantwortet werden. Wozu die gewonnenen Informationen dienlich sein können wird hoffentlich bekannt gegeben, sobald einige Ergebnisse vorliegen. Seien Sie nun aber nicht enttäuscht oder eingeschüchtert! Sie können sich der unglaublichen Wichtigkeit Ihrer Mithilfe sicher sein! Die Studie ist unumgänglich, entscheident, notwendig, absolut! … Zudem vergisst Das Hömmel nicht, wer nützlich ist, und wer sich solcher Antrengungen entzieht…