Donnerstag, 10. Juni 2010 13:37| Jesus
Liebe Gemeinde,
Bin ich sozial?
Sicherlich, ich bin Jesus, aber trotzdem. Nach dem Gesichtspunkt sozial/hilfsbereit dürfte die Frage leicht zu beantworten sein – sicherlich!
Aber ich – sozial? Sozial verträglich, sozial im Reden, Tun und Sein? Bin ich gegenüber meinen Kommilitonen sozial, wenn wir in einer Vorlesung sitzen? Ich denke nicht.
Bis Mitte/Ende des letzten Semesters hatte ich immer zwei, drei, oder teilweise sogar vier Menschen, mit denen ich regen Kontakt pflegte und gerne sprach. Das hat sich glücklicherweise geändert – einige haben abgebrochen, andere vermeide ich, da sie alleine einfach nicht aushalte. Wieder andere haben sich – wer kann es ihnen verübeln – sozial umorientiert, weg von mir.
Anfang des Semesters wurde das noch nicht so deutlich, weil ich gezwungenermaßen gelegentlich in Kontakt mit Menschen kam. Als ich aber vor knapp drei Wochen aufgrund anderweitiger Verpflichtungen (und meine einzige Klausur war geschrieben) aufhörte, in Vorlesungen zu gehen einige Vorlesungen früher verlassen musste, hörte ich auch auf, mit den lieben Mitjuristen zu sprechen. Gut, oder? Seit dieser Woche bin ich wieder in den Vorlesungen und kann mich, ohne die lästigen Seitengespräche, sehr viel besser konzentrieren. Fun-Fact: Bis vor 4 Minuten hatte ich heute noch mit niemandem mehr als 3-4 Worte gesprochen. Eben kam allerdings eine Freundin vorbei. *g*
Wer jetzt aber denkt, dies sei ein Post um mich (vor mir selbst?) zu rechtfertigen, wie toll es doch sein kann, einsam zu sein, der irrt – ich wollte hier einfach mal wieder etwas schreiben. Die Idee für Überschrift und Inhalt kam mir vorhin bei Subway, als ich eine Gruppe von Schülern, ca. 7. Klasse, beobachten durfte. Da musste ich denken: Wie unschön war es doch früher in komplizierten und aufgezwungenen sozialen Gefügen (Klasse/Schule), in denen man sich anpassen musste oder unterging. Das fürchterliche Getue von Weibchen gegenüber Männchen, der Machtkampf zwischen zwei Männchen und das Imponierende gehabe in jedem Satz – Jesus, ich bin froh, dass diese Zeit vorbei ist!
Unkompliziert und frei zu reden, leben und zu studieren (oder in jeder anderen Reihenfolge), ist befreiend und nicht hinderlich. So lasst uns alle die soziale Entwöhnung vollziehen und der Gesellschaft lebewohl sagen!
Oder, um es mit den Worten meines Profs und damit dem QotD zu sagen, welches ich selbst noch nicht ganz verstanden habe:
Bestimmungsgemäßer Verbrauch einer Fußgängerzone ist kommunikativer Verkehr.
Prof. Jur.; über eine unverständliche aber juristisch sicherlich notwendige Definition